Glossar

Abkürzungen und Akronyme haben leider überall in unsere Sprache Einzug gehalten - mal deutsch mal englisch mal chemisch. Damit Sie die Abkürzungen und Fremdwörter auf der LUH-Website besser verstehen können, haben wir für Sie dieses Glossar zusammengestellt.

A

Ablaufklassen (Reinigungsklassen mit unterschiedlicher Wartungshäufigkeit)

Seit Januar 2005 gelten verschiedene Reinigungsklassen, die unterschiedliche Wartungshäufigkeiten erfordern:

  • C für Kohlenstoffabbau Wartung 2x pro Jahr 
  • N für Nitrifikation Wartung 2x pro Jahr 
  • D für Denitrifikation Wartung 2x pro Jahr 
  • +P für zusätzliche Phosphateliminierung Wartung 3x pro Jahr 
  • +H für zusätzliche Hygienisierung Wartung 3x pro Jahr

Fast alle bis zu diesem Datum eingebauten Kleinkläranlagen müssen mindestens 2x pro Jahr gewartet werden. Meist wird bei Kleinkläranlagen lediglich die Reinigungsklasse C gefordert. Nur in bestimmten Fällen, in denen besondere Maßnahmen zum Schutz der Gewässer erforderlich sind, können weitergehende Reinigungsanforderungen gestellt werden. Bei Anlagen für Kohlenstoffabbau ist bei jeder Wartung nur noch der CSB im Ablauf der Kläranlage zu messen.

Bei Anlagen mit Nitrifikation ist zusätzlich NH4-N und bei Anlagen mit Denitrifizierung der N-anorg. zu messen. Bei der Phosphoreliminierung und der Hygienisierung kommen noch weitere Parameter hinzu.

Die neuen Wartungsregeln gelten seit Januar 2005.

Neuzulassungen beinhalten bereits diese neuen Regeln. Damit werden bei der Wartung von Kleinkläranlagen die Kosten reduziert. Möglich wurde diese neue Regelung durch die Europanorm EN 12566 T3 die neue Festlegungen hinsichtlich der Betriebssicherheit ausweist. Hier heißt es: "Die Anlagen müssen mit einer Alarmvorrichtung ausgestattet sein, die Betriebsstörungen (beispielsweise elektrisches, mechanisches oder hydraulisches Versagen) anzeigt. Der Hersteller muss angeben, welche Art von Versagen durch die Alarmgebung nachgewiesen wird."

Absetzprobe (Meßmethode zur Ermittlung der absetzbaren Schwebstoffe)

Bei der Absetzprobe wird gemessen, wieviele Schwebstoffe in der Abwasserprobe sich innerhalb einer bestimmten Zeit am Boden eines Gefäßes absetzen. Die Menge dieser abgesetzten Stoffe wird nach 30 Minuten im verwendeten Imhoff-Trichter abgelesen.

Abwasserhebeanlage (Pumpe zur Abwasserbeförderung bei fehlendem natürlichen Gefälle)

Liegt das Haus des Kläranlagenbetreibers unter der Stelle, in welche das Abwasser eingeleitet werden soll, so muss das Abwasser mittels einer Pumpe angehoben werden. Das normale Verfahren des freien Gefälles funktioniert hier also nicht - es wird durch diese Abwasserhebeanlage technisch nachgeholfen.

aerob (in Anwesenheit von Sauerstoff)

Im betrachteten Milieu ist gelöster Sauerstoff vorhanden.

A

Aluminium (Schwermetall)

Erhöhte Aufnahme von Aluminium kann beim Menschen den Knochenstoffwechsel beeinträchtigen, Beschwerden des Nervensystems wie z.B. Sprachstörungen hervorrufen, sowie Antriebslosigkeit und Aggressivität fördern. Längere Einnahme von erhöhten Aluminiumkonzentrationen kann zu Leber- und Nierenschäden führen. Der Grenzwert laut TrinkwV beträgt 0,2 mg/l.

Ammoniak (chemische Verbindung)

Ammoniak (nach dem Ammonssalz NH4Cl = Ammoniumchlorid) ist ein stark stechend riechendes, farbloses und giftiges Gas, das zu Tränen reizt und erstickend wirkt. Die Dichte von Ammoniakgas ist geringer als die Dichte der Luft.

Ammoniak ist sehr gut wasserlöslich. Die Ammoniaklösung heisst Salmiakgeist (Ammoniumhydroxid). Sie reagiert alkalisch. Ammoniak wirkt auf Haut und Schleimhäute (insbesondere auch auf die Augen) ätzend. Geschluckt ruft es blutiges Erbrechen mit heftigen Schmerzen und Lungenschäden hervor, unter Umständen mit tödlichem Ausgang. Ein Ammoniakgehalt der Luft von 1,5 bis 2,5 g/m³ wirkt nach 30 bis 60 Minuten tödlich.

Ammoniak ist auch ein starkes Fischgift. Im Wasser steht es stets im Gleichgewicht mit Ammonium. Dabei steigt der Anteil des Ammoniaks bei steigendem pH-Wert und steigender Temperatur.

Ammonium (chemische Verbindung)

Das Ammonium-Ion NH4+ ist die konjugierte Säure zur Base Ammoniak NH3.

In der Natur, beispielsweise im Boden und in Gewässern, entsteht Ammonium-Stickstoff in erster Linie beim Abbau tierischer oder pflanzlicher Eiweisse. In der Gülle und im Abwasser aus den Haushaltungen ist viel Ammonium enthalten. Es wird im Boden, in Gewässern und in den dafür ausgelegten Abwasserreinigungsanlagen unter Sauerstoffverbrauch zu Nitrit und weiter zu Nitrat oxidiert. Dies erfolgt durch so genannte nitrifizierende Bakterien. Der Vorgang wird Nitrifikation genannt. Er ist im Boden durchaus erwünscht, denn dadurch wird aus Ammoniumdünger oder Gülle das für Pflanzen als Nährsalz wichtige Nitrat gebildet.

In Gewässern ist die Nitrifikation Teil der Selbstreinigung. Übersteigt die Abwasserfracht die Selbstreinigungsfähigkeit des Gewässers, so entstehen daraus erhebliche ökologische Probleme.

Ammonium selbst ist relativ harmlos, steht aber im Gleichgewicht mit Ammoniak, einem starken Gift. Das Gleichgewicht zwischen beiden Stoffen hängt massgeblich vom pH-Wert und der Temperatur des Wassers ab. Der Anteil des Ammoniaks steigt bei steigendem pH-Wert und steigender Temperatur.

anaerob (in Abwesenheit von Sauerstoff)

Im betrachteten Milieu ist kein gelöster Sauerstoff vorhanden.

A

anorganisch (Kohlenstofffreie chemische Verbindungen)

Substanzen bzw. Verbindungen die (mit wenigen Ausnahmen) keinen Kohlenstoff enthalten.

A

Assimilation (schrittweise Stoffumwandlung körperfremder in körpereigene Stoffe)

Aufbau körpereigener, organischer Substanz aus körperfremden Bausteinen, bei grünen Pflanzen unter Zuhilfenahme von Kohlendioxid, Wasser und Sonnenlicht.

Auftriebssicherung (Verankerung der Kläranlage gegen steigendes Grundwasser)

Falls das Grundwasser so hoch ist, daß der Klärbehälter zum Teil darin versetzt wäre, so könnte es passieren, daß der Klärbehälter, trotz seines enormen Gewichtes, nach oben aus dem Boden herausgedrückt würde (ähnlich einem Korken, der sich selber aus dem Wasser drückt und oben aufschwimmt). Um dies zu verhindern werden die Behälter mit einer breiteren Kante am Behälterboden versehen, so daß sich dieser sozusagen im Boden "festhakt".

B

Belebtschlammanlage (biologische Klärung mit lebenden Mikroorganismen)

Das Abwasser wird mit Hilfe von belüfteten Belebtschlammflocken, die aus Kleinlebewesen und Bakterien bestehen, gereinigt. Es findet eine räumlich aufgeteilte Reinigung statt: Vorklär-, Belebtschlamm- und Nachklärbehälter mit kontinuierlichem Zulauf von Abwasser.

biogen (aus lebender Substanz entstanden)

Biogen bedeutet so viel wie "biologischen oder organischen Ursprungs", d.h. nicht durch chemische Synthese gewonnen.

B

Biomasse (Masse lebender Organismen einschl. ihrer Stoffwechselprodukte)

a) volumsbezogene Masse an in lebenden Organismen festgelegter Substanz
b) Gewicht der in einem Raum oder auf einer Fläche vorhandenen Organismen

Biomasse bezeichnet die Gesamtheit der biochemisch synthetisierten Masse, also die Masse aller Lebewesen einschliesslich ihrer organischen Stoffwechselprodukte. Etwa 60% der Biomasse der Erde wird durch Mikroorganismen dargestellt.

Primärproduzenten (Pflanzen) sind durch die Photosynthese in der Lage aus für die Energiegewinnung nicht nutzbaren Stoffen (CO2, H2O, Mineralstoffe) unter Energiezufuhr Biomasse (vor allem in Form von Zuckern Glucose) aufzubauen. Die Primärproduzenten werden als Nahrung von Konsumenten genutzt zur Produktion von tierischer Biomasse.

Die in der Biomasse biochemisch gespeicherte Sonnenenergie kann auch als sich selbst erneuernder Energielieferant (nachwachsenden Energieträger) für die Gewinnung elektrischer Energie oder als Treibstoff genutzt werden (Regenerative Energie). Die Verwendung von Biomasse zur Erzeugung von Wärme, elektrischer Energie oder als Treibstoff ermöglicht eine ausgeglichene CO2-Bilanz, da nur die Menge CO2 ausgestossen wird, die kurz zuvor biochemisch gebunden wurde.

Blähschlamm (Belebtschlamm mit wenig kompakten Belebtschlammflocken)

Als Blähschlamm wird Schlamm bezeichnet, der sich durch extrem schlechte Absetz- und Eindickeigenschaften auszeichnet. Der Blähschlamm steht meist in dicker Schicht im Nachklärbecken und muss abgezogen werden, um einen Abtrieb und damit eine Belastung des Vorfluters zu verhindern.

Blei (Schwermetall)

Für den Menschen ist Blei ein toxisches Schwermetall, das sich im Körper ähnlich wie Calcium verhält und an dessen Stelle in Knochen eingelagert werden kann. Blei wird zu 80% über Lebensmittel aufgenommen, wobei die Aufnahme mit der Zufuhr von Milch begünstigt wird.

Bis Mitte der 70er Jahre wurden in Deutschland häufig Trinkwasserinstallationen aus Blei verlegt. Erst 1973 stellte eine DIN-Norm die "Bedenklichkeit von Bleirohren im Trinkwassernetz" fest - verboten ist aber der Einbau bis heute noch nicht. Vor allem in Großstädten ist bekannt, dass erhöhte Anteile der vorhandenen Hausanschlussleitungen aus Blei sind.

In der TrinkwV 2001 der Bundesrepublik Deutschland ist seit dem 1. Dezember 2003 ein Grenzwert von 0,025 mg/L (= 25 Mikrogramm/L) festgelegt. Dieser Wert gilt bis zum November 2013. Ab dem 1. Dezember 2013 gilt ein Grenzwert von 0,010 mg/L. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird jetzt schon ein Blei-Grenzwert von 0,010 mg/l für Trinkwasser empfohlen.

 

BMG (Bundesministerium für Gesundheit)

Das Bundesministerium für Gesundheit (umgangssprachlich meist „Bundesgesundheitsministerium“), ist die oberste Bundesbehörde des Gesundheitswesens der Bundesrepublik Deutschland.

BSB (biologischer Sauerstoffbedarf)

Der BSB5 (Maßeinheit mg/l) gibt an, wieviel Sauerstoff in 5 Tagen in 1 Liter einer, mit geeigneten Bakterien angeimpften, wäßrigen Probe von diesen Bakterien veratmet wurden. Dies geschieht bei einer konstanten Temperatur von 20°C. Der Grund für den Sauerstoffverbrauch der Bakterien liegt in dem Abbau der in der Probe gelöst vorliegenden, abbaufähigen Inhaltsstoffe. Da in Abwasser die Konzentration der Inhaltsstoffe meist hoch ist, werden diese Proben für die Bestimmung verdünnt. Diese Art des BSB heißt daher Verdünnungs-BSB.

Dieser Wert ist ein wichtiger Parameter zur Beurteilung des Grades der Belastung, den ein Abwasser für die Umwelt (Vorfluter) darstellt. Dadurch das die Abwasserinhaltsstoffe im Vorfluter von den dortigen Bakterien abgebaut werden, wird dem Gewässer, der im Wasser gelöste Sauerstoff ganz oder teilweise entzogen. Dadurch kann es zum Absterben Sauerstoff-atmender Lebewesen (Krebse, Fische etc.) durch Sauerstoffmangel kommen. Daher gibt es einen Grenzwert für diesen Parameter der von jedem eingehalten werden muß, der Abwasser in einen Vorfluter einleitet (Klärwerke, Industrie).

Über die Einhaltung dieser Grenzwerte wachen die zuständigen Wasserbehörden. Der obere Grenzwert liegt in Deutschland bei 40mg/l.

C

Cadmium (Schwermetall)

Cadmium gehört zu den Kumulationsgiften und reichert sich besonders in der Niere an. Daher hat die chronische Toxizität von Cadmium eine größere Bedeutung, akute Vergiftungen sind selten. Neben Nierenschäden kann es bei chronischer Vergiftung zu Eisenmangelanämie, Gelbfärbung der Zahnhälse, Wirbelschmerzen, und im fortgeschrittenen Stadium zu Knochenmarksschädigungen und Osteoporose kommen. Für den Menschen gibt es keine Hinweise auf eine reproduktionstoxische Wirkung. Ob Cadmium jedoch mutagen wirkt ist noch nicht abschließend geklärt.

Die TrinkwV 2001 legt für Cadmium einen Grenzwert von 0,005 mg/L fest. Cadmium kann als Verunreinigung von Zink in verzinkten Eisenrohren vorkommen.

Chlorid (Salz der Chlorwasserstoffsäure, z.B. Kochsalz)

Chlorid ist in der Anorganik ein Salz der Chlorwasserstoffsäure, besser bekannt als Salzsäure (chemische Formel: HCl). Ein Chlorid enthält in seinem Ionengitter einfach negativ geladene Chlor-Ionen Cl- (meist Chloridionen genannt). Chlorid ist ebenso die Kurzbezeichnung für das Chloridion. Bekanntestes Beispiel für ein Chlorid ist das Natriumchlorid, besser bekannt als Kochsalz (chemische Formel: NaCl). Weitere wichtige Chloride sind Ammoniumchlorid - NH4Cl, Calciumchlorid - CaCl2, Eisen(II)-chlorid - FeCl2, Eisen(III)-chlorid - FeCl3, Kaliumchlorid - KCl und Magnesiumchlorid - MgCl2.

Chloride sind im Wasser sehr gut löslich, dadurch sehr mobil und werden durch biologische Prozesse nicht beeinflusst. Sie werden im Gewässer nicht abgebaut. Im Unterschied beispielsweise zu Nährstoffen werden die den Gewässern zugeführten Salzmengen unverändert bis in die Ozeane weitertransportiert. Der Chloridgehalt im atlantischen Ozean beträgt etwa 20g pro Liter. In unseren Gewässern ist die Hintergrundkonzentration für Chloride tief. Sie werden vorwiegend durch häusliches und industrielles Abwasser und durch die Strassensalzung in die Gewässer eingetragen. Im Trinkwasser tritt ab etwa 200 mg/l ein salziger Geschmack auf.

Chrom (Schwermetall)

Chrom liegt in unterschiedlichen Oxidationszuständen vor. Die Untersuchung der Konzentration des besonders giftigen Cr (VI) ist besonders wichtig, da dies krebserregend ist. Der Grenzwert laut TrinkwV beträgt 0,05 mg/l.

Colibakterien (Indikator für die fäkale Verunreinigung von Wasser)

Das Colibakterium (Escherichia coli, abgekürzt E. coli) ist ein säurebildendes, gram-negatives, stäbchenförmiges und peritrich begeisseltes Bakterium, das im menschlichen und tierischen Darm vorkommt und wichtige Funktionen im Immunsystem hat.

Es zählt zur Familie der Enterobacteriaceae (lat. "enteron": Darm) und gehört zu den fakultativ anaeroben Mikroorganismen. Es besitzt die Fähigkeit, Energie sowohl durch Atmung als auch durch gemischte Säuregärung zu gewinnen. Es dient als Indikator für die fäkale Verunreinigung von Wasser.

coliforme Bakterien (Bakterien aus dem Verdauungstrakt)

Die coliformen Bakterien sind eine heterogene Gruppe, die zu den Enterobakterien gehören. Sie sind ein Bestandteil der normalen Darmflora von Mensch und Tier. Ihr Nachweis im Trinkwasser ist ein wichtiges Indiz dafür, daß eine Verunreinigung mit Fäkalien vorliegt.

C

Coliforme Keime (Bakterien aus dem Verdauungstrakt von Warmblütern)

Coliforme Keime sind Darmkeime von Warmblütern (Mensch und Tier}, und dienen als Indikatorbakterium für andere pathogene (krankmachende) Keime, da diese einen eindeutigen Hinweis auf fäkale Verunreinigungen zulassen. Werden Coliforme Bakterien nachgewiesen, ist davon auszugehen, dass auch andere Krankheitserreger im Wasser vorhanden sind.

CSB (chemischer Sauerstoffbedarf)

Der CSB-Wert (Maßeinheit mg/l) spielt bei der Beurteilung von häuslichen und gewerblichen Abwässern eine große Rolle. Er ist als Summenparameter für die organische Belastung eines Abwassers mit der wichtigste Parameter im Bereich der Abwasseranalytik. Durch die praktische Handhabung ist er ein wesentlicher Parameter für die Steuerung von Kläranalagen geworden.

Bei allen Methoden die beim CSB zur Anwendung kommen, wird grundsätzlich die Oxidierbarkeit der Wasserinhaltsstoffe mit schwefelsaurer Kaliumdichromatlösung, unter Verwendung von Silbersulfat als Katalysator, gemessen. Störungen durch Chlorid werden mit Quecksilbersulfat verhindert.

Die CSB-Bestimmung wird nach DIN 38409 Teil 41 durch Titration mit Ammoniumeisensulfat zur Ermittlung der nichtverbrauchten Kaliumdichromatmenge vorgenommen. Die Umschlagspunktbestimmung erfolgt mittels Redox-Indikator (Ferroin). Durch Rückrechnung wird die der oxidierten Substanz äquivalente Menge des verbrauchten Kaliumdichromates erfasst. Dies ist die amtliche Methode, die bei einer Überprüfung durch die Wasserbehörde zum Einsatz kommt.

Der obere Grenzwert liegt in Deutschland bei 150mg/l. 

D

Denitrifikation (Reduktion von Nitrat oder Nitrit durch Bakterien)

Weitergehende Reinigung des Abwassers bei der eine bakterielle Umwandlung des im Nitrat (NO3) gebundenen Stickstoffs zu molekularem (gasförmigen) Stickstoff (N2) erfolgt.

E

EHEC (Enterohämorrhagische E.coli)

EHEC-Keime sind eine besonders gefährliche Form des Darmbakteriums Escherichia coli. Natürliches Vorkommen der Bakterien ist der Darm von Wiederkäuern, speziell von Rindern, aber auch von Schafen und Ziegen.

Einwohnergleichwert (Verschmutzungsgrad von industriellen Abwasser)

Maßzahl des Verschmutzungsgrades eines industriellen Abwassers je Tag im Vergleich mit den Normalwerten eines häuslichen Abwassers. Der BSB5-Wert des täglich je Einwohner anfallenden Abwassers wird mit 60g Sauerstoff pro Einwohner und Tag angesetzt.

Eisen (Schwermetall)

Wasser, welches mit Eisen und Mangan versetzt ist, hat einen metallischen Geschmack. Sind außerdem noch Eisen- und Manganbakterien vorhanden, kommt es zu einer Ablagerung in Rohrleitungen. Eisen ist ein wichtiges Spurenelement und wird für die Blutbildung benötigt. Der Grenzwert laut TrinkwV beträgt 0,2 mg/l.

Elektrische Leitfähigkeit (Gibt Auskunft über die Menge der elektrisch leitenden Ionen im Wasser.)

Die elektrische Leitfähigkeit gibt Auskunft über die Menge der elektrisch leitenden Ionen im Wasser. Je mehr Salze im Wasser gelöst sind, desto höher ist die Leitfähigkeit. Steigt die elektrische Leitfähigkeit stark an, so nimmt die Korrosivität zu. Man kann das gut am Beispiel Leitungswasser und Seewasser vergleichen. Metall rostet viel schneller im Salzwasser als im Leitungswasser.

Die elektrische Leitfähigkeit benötigt man z.B. zur Bestimmung des Langelier-Index, mit dessen Hilfe man Aussagen zur Korrosivität eines Wassers bzw. zu dessen Kalkabscheidungstendenz machen kann.

 

Enterokokken (Enterokokken deuten auf Keime mit fäkalen Ursprung hin)

Enterokokken gehören ebenfalls zu der Gruppe der Keime, die auf einen fäkalen Ursprung hindeuten (siehe auch Escherichia Coli). Sie wurden von den Streptokokken als eigene Gruppe abgegrenzt.

Escherichia coli (Colibakterien)

Das Colibakterium (Escherichia coli, abgekürzt E. coli) ist ein säurebildendes, gram-negatives, stäbchenförmiges und peritrich begeisseltes Bakterium, das im menschlichen und tierischen Darm vorkommt und wichtige Funktionen im Immunsystem hat.

Es zählt zur Familie der Enterobacteriaceae (lat. "enteron": Darm) und gehört zu den fakultativ anaeroben Mikroorganismen. Es besitzt die Fähigkeit, Energie sowohl durch Atmung als auch durch gemischte Säuregärung zu gewinnen. Es dient als Indikator für die fäkale Verunreinigung von Wasser.

Eutrophierung (Überbelastung von Gewässern mit Nährstoffen)

Als Eutrophierung wird der Vorgang bezeichnet, bei dem an einem Standort eine Nahrungs- und Nährstoffanreicherung erfolgt. Dieser Begriff wird für den Vorgang der Überdüngung durch natürliche und anthropogen bedingte Anreicherung und die dadurch auftretende Störung des biologischen Gleichgewichtes verwandt. Man unterscheidet hierbei zwischen aquatischer und terrestrischer Eutrophierung in Abhängigkeit davon, ob der Schadstoffeintrag in Gewässer oder in Form luftgetragener Emissionen in Böden erfolgt.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird als Eutrophierung nur eine Überdüngung von Oberflächengewässern und Meeren verstanden. In der Natur läuft dieser Prozess z.B. während des langsamen Alterns von Seen ab, aber er kann durch aus der Landwirtschaft stammendes abfliessendes Wasser (Einträge von Stickstoff und Phosphor) und durch Einleitung häuslicher und industrieller Abwässer beschleunigt werden.

EW (Einwohnerwert)

In der Wasserwirtschaft gebräuchlicher Vergleichswert für die in Abwässern enthaltenen Schmutzfrachten. Mit Hilfe des Einwohnerwertes lässt sich die Belastung einer Kläranlage abschätzen. Er ist gleich der Summe aus Einwohnerzahl und Einwohnergleichwert.

Näheres dazu finden Sie in der Wikipedia.

EWG (Einwohnergleichwert)

Maßzahl des Verschmutzungsgrades eines industriellen Abwassers je Tag im Vergleich mit den Normalwerten eines häuslichen Abwassers.

(siehe Einwohnergleichwert)

F

FAQ (Frequently ask questions)

engl. Abkürzung für "häufig gestellte Fragen"

Festbettverfahren (Abwasserreinigung durch belüftetes Trägermaterial)

Klärsystem, welches durch Belüftung von Trägermaterial (auf dem sich Bakterienkulturen ansiedeln) eine Reinigung des Abwassers erzielt.

  1. Bei dem Festbettverfahren gelangt das Abwasser zunächst in eine erste Kammer, welche das größte Fassungsvermögen aufweist. Hier trennen sich die Feststoffe im Abwasser von der Flüssigkeit, indem sie auf den Boden absacken.
     
  2. Über eine Übertrittsöffnung gelangt das Abwasser in die zweite Kammer (bei größeren Anlagen ab 16-20 EW in den zweiten Behälter). Hier findet die eigentliche biologische Reinigung statt. Das Festbett ist aus einem Material auf welchem sich zur Kärung benötigte Bakterien ansiedeln. Links auf dem Bild besteht das belüftete Festbett aus den schwarzen Kuststoffröhren, die zu Blöcken gefaßt in der zweiten Kammer montiert werden. Das Festbett kann jedoch auch ein anderes Aussehen besitzen.
    Damit die Bakterien genügend Sauerstoff erhalten um zu "atmen", wird das Festbett mit Luft durchströmt, welches von einem Belüfter über eine Schlauchverbindung dorthin gedrückt wird.
    Tauchkörper sind auf Rollen oder Kreiseln angebrachtes Festbett, das ähnlich einem Wasserrad, mit der einen Hälfte im Abwasser angebracht ist. Das Festbett wird jeweils durch das Abwasser und durch die Luft gedreht und erhält so genügend Sauerstoff.
     
  3. Abschließend gelangt das Abwasser in eine dritte Kammer, die als Nachklärung dient. Bei einigen Anlagen werden die restlichen Feststoffe, welche hier noch auf den Grund absacken wieder zurück in die erste Kammer gepumpt. Das geklärte Abwasser der Nachklärung kann von hier aus versickert, verrieselt oder in einen Vorfluter eingeleitet werden.
G

Gesamthärte (Summe von Calcium- und Magnesium-Ionen im Wasser. )

Als Gesamthärte bezeichnet man die Summe von Calcium- und Magnesium-Ionen im Wasser. Je höher die Härte eines Wassers ist, umso mehr Waschmittel wird beim Waschen benötigt. Durch hohe Wasserhärten kann es zu Ablagerungen von Kalk im Rohrleitungssystem kommen.

H

Hydrometrie (mengenmäßige Erfassung des Wasserkreislaufes)

Die Hydrometrie umfasst die Gesamtheit aller Verfahren und Einrichtungen zur Messung der Gewässer, inkl. Grundwasser.

(abgeleitet aus dem Griechischen: hydros = Wasser, Metron = Maß)

K

Karbonathärte (Lösliche chemische Verbindungen)

Die Hydrogenkarbonate des Calciums und Magnesiums bilden die Karbonathärte. Es sind lösliche Verbindungen, die bei der Erwärmung von Wasser als Kesselstein ausfallen, darum wird die Karbonathärte auch temporäre Härte genannt. Die Kenntnis der Karbonathärte ist für die Berechnung des Langelier-Index wichtig.

Klärschlamm (Abfallprodukt aus der Abwasserreinigung)

Damit bezeichnet man den ausgefaulten bzw. auf sonstige Weise stabilisierten Schlamm aus Abwasserreinigungsanlagen. Man unterscheidet Rohschlamm und behandelten Klärschlamm.

Rohschlamm fällt auf Kläranlagen als Primärschlamm in der mechanischen Reinigungsstufe oder als Überschußschlamm in der biologischen Stufe (Belebtschlammverfahren) an. Er enthält meist auch größere Teilchen von Fäkalien, Gemüse, Obst, Textilien, Papier...

Überschussschlamm besteht überwiegend aus Mikroorganismen. Durch aerobe oder anaerobe Stabilisierung des Rohschlamms erhält man weniger geruchsintensiven Klärschlamm (behandelter Klärschlamm).

Der Klärschlamm muß mindestens alle 2 Jahre (tlw. jedes Jahr) von einer dafür zuständigen Firma ausgesaugt werden.

Kupfer (Schwermetall)

Kupfer ist im Vergleich zu anderen Schwermetallen schwach giftig. Die toxische Wirkung verursacht beim Menschen Leberschäden. Der Grenzwert laut TrinkwV beträgt 2 mg/l. (Prüfung bei pH-Werten < 7,4)

L

Langelier-Sättigungs-Index (LSI) (Der Langelier Sättigungs-Index gibt die Korrosivität von Wasser an.)

Liegt der LSI (Langelier-Sättigungs-Index) unter –0.5, ist das Wasser korrosiv, liegt er dagegen über 0.5, ist das Wasser sehr hart und es besteht leichter die Gefahr der Kalkbildung.

Korrosives Wasser kann Rohrleitungen aus Metall angreifen, sehr hartes Wasser führt zu vermehrter Kalkabscheidung in Warmwasserbereitern und Rohrleitungen.

M

Mangan (Schwermetall)

Mangan kommt sehr häufig neben Eisen im natürlich vorkommenden Wasser vor. Bei einer Überschreitung des Grenzwertes stellen sich nach Langzeitkonsum Gesundheitsschäden ein. Der Grenzwert laut TrinkwV beträgt 0,05 mg/l.

Membranfiltration (mechanische Trennung durch Größenausschluss)

Filteranlagen bei Filtern mit einer Porengröße >0,1µm werden gewöhnlich als Mikrofiltration bezeichnet wird. Von Ultrafiltration spricht man, wenn die Porengröße des Filters noch feiner (um den Faktor 10) ist.

Dies ist ein rein physikalisches (mechanisches) Membrantrennverfahren. Die Verfahren trennen nach dem Prinzip des mechanischen Größenausschlusses (Filtrationsprinzip), d.h. alle Inhaltsstoffe im Abwasser, die größer als die Membranporen sind, werden von der Membran zurückgehalten. Der Werkstoff der Filterfläche kann je nach Anwendungsfall aus Edelstahl, Kunststoff oder textilem Gewebe bestehen.

Mikrofiltration (Klärung mittel Filtersystem)

Ein Klärsystem, welches mit Filterelementen das Abwasser reinigt.

  1. Vorklärung - Hier trennen sich die Feststoffe im Abwasser von der Flüssigkeit, indem sie auf den Boden absacken.
     
  2. Dannach gelangt das Abwasser in die biologische Stufe. Diese besteht aus einer Einheit, die Luft in das Abwasser sprudeln läßt, und zusätzlich mit einer Membraneinheit ausgestattet ist. Das Abwasser wird mit der Luft zusammen an die Membranoberfläche geleitet. Die Membranporen haben einen Durchmesser von wenigen Tausendstel Millimetern, was bedeutet, daß alle Stoffe mit größerem Durchmesser (Bakterien, Hefen, Pilze..) diese Membran nicht durchdringen können und herausgefiltert werden.
    Die Luft, die durch das restliche Abwasser sprudelt bewirkt zusätzlich, ähnlich dem SBR-Verfahren, daß Bakterien im Abwasser mit genügend Sauerstoff versorgt werden und so zusätzlich das Abwasser reinigen.
     
  3. Über einen Überlauf gelangt das Abwasser in die Nachklärung und hat nun eine Gesamtreinigung von 90-99 % erfahren. Das gereinigte Abwasser kann von hier aus in einen Vorfluter oder eine Versickerung abgeleitet werden. 
N

Netzausfallerkennung (Signalgeber bei Stromausfall)

Neuere Kläranlagen verfügen meist über eine Netzausfallerkennung. Es handelt sich dabei um ein Akku oder Batterie versorgtes Bauteil, welches bei Stromausfall oder Unterbrechung der Stromzuteilung Alarm auslöst. Unter anderem diesem Bauteil ist es zu verdanken, dass Kleinkläranlagen, die ab 2005 zugelassen wurden, nur zweimal jährlich gewartet werden müssen.

Nitrat (chemische Verbindung)

Das Nitrat-Ion (NO3-) ist das Anion der Salpetersäure. Salze, die das Nitrat-Ion enthalten, bezeichnet man als Nitrate. Nitrate werden in der Landwirtschaft als Düngemittel eingesetzt.

Es gilt mittlerweile als erwiesen, dass übermässiger Düngeeinsatz zu einem erhöhten Nitratgehalt in insbesondere oberflächennahen Trinkwasservorkommen führen kann. Das Qualitätsziel für Trinkwasser beträgt 25mg/l.

Zu viel Nitrat im Trinkwasser und in gedüngtem Gemüse kann zu einer gesundheitlichen Gefährdung führen. Ein zu hoher Nitrat-Wert des Wassers stellt auch eine Gefährdung der Wassertiere dar, die mitunter zum Tode führen kann.

Nitrifikation (bakterielle Oxidation von Ammoniak zu Nitrat)

Weitergehende Reinigung des Abwassers, bei der durch bakterielle Oxidation ein Abbau von Ammoniak (NH3) bzw. Ammonium-Ionen (NH4+) zu Nitrit (NO2-)und dann zu Nitrat (NO3-) erfolgt.

Nitrit (chemische Verbindung)

Nitrit (NO2-) ist das Anion der salpetrigen Säure. Salze, die das Nitrit-Ion enthalten, bezeichnet man als Nitrite (z. B. Natriumnitrit, Kaliumnitrit). Nitrit-Ionen werden im Boden oder in Gewässern durch Nitritbakterien durch Oxidation aus Ammonium-Ionen unter Verbrauch von Sauerstoff gebildet; sie entstehen auch unter anaeroben Bedingungen durch Reduktion aus Nitrat-Ionen. Nitrite sind in grösseren Mengen giftig und an der Bildung der krebserregenden Nitrosamine beteiligt.

Nitrit wird auch als starkes Fischgift angesehen und gilt generell als Krebs erregend. Die Toxizität von Nitrit für Fische ist vom Chloridgehalt im Wasser abhängig. Bei tiefen Chloridkonzentrationen wirkt Nitrit toxischer als bei höheren.

NTU (nephelometrische Trübungseinheiten)

Meßeinheit für den Grad der Trübung von Flüssigkeiten.

Eine ausführliche Beschreibung finden Sie in der Wikipedia.

O

organisch (von Organismen stammende Substanzen)

In der Chemie bezeichnet organisch (bis auf wenige Ausnahmen) kohlenstoffhaltige Verbindungen (siehe auch anorganisch).

O

Oxidierbarkeit (Maß für die Wasserbelastung mit organischen Substanzen)

Fähigkeit eines Stoffes oxidiert zu werden, d.h. Elektronen abzugeben. Die Oxidierbarkeit von Substanzen unter Verbrauch von Sauerstoff wird bei der Bestimmung einiger Summenparameter wie z.B. dem BSB und CSB genutzt.

Die Oxidierbarkeit ist auch ein Maß für die Belastung des Wassers mit organischen Substanzen. Diese stören die Desinfektionswirkung des Chlors.

P

Pflanzenkläranlage (besondere (Funktions-)Form einer Kläranlage)

Ein Klärsystem, bei dem das Abwasser ein Pflanzenbeet durchströmt, welches eine Reinigung des Wassers erreicht.

  1. Vorklärung (z.B. eine Mehrkammerabsetzgrube). Hier trennen sich die Feststoffe im Abwasser von der Flüssigkeit, indem sie auf den Boden absacken.
  2. Von einem Pumpenschacht aus wird das Wasser intervallweise in das Pflanzenbeet eingeleitet.
  3. Durch die Bakterien die im Boden des Pflanzenbeets vorhanden sind, wird das Abwasser gereinigt.
  4. Das gereinigte Abwasser gelangt in einen Kontrollschacht, und kann von dort aus in den Untergrund eingeleitet werden. Ein Schönungsteich ist nicht unbedingt erforderlich. 

pH (Säuregrad des Wassers)

Der Begriff leitet sich von pondus Hydrogenii oder potentia Hydrogenii (lat. pondus = Gewicht, potentia = Kraft, hydrogenium = Wasserstoff) ab. Der pH-Wert wird angegeben als negativer Logarithmus der Protonenkonzentration.

Der Wertebereich für reines Wasser und verdünnte Lösungen bei 25 °C unterteilt sich wie folgt:

  • pH < 7 entspricht einer Lösung mit saurer Wirkung
  • pH = 7 entspricht einer neutralen Lösung
  • pH > 7 entspricht einer alkalischen Lösung (basische Wirkung)
P

Phosphat (chemische Verbindung)

Die Bezeichnung Phosphate steht für die Salze der Phosphorsäuren. Ebenso werden organische Verbindungen, die Phosphatgruppen tragen, als Phosphate bezeichnet.

Die Hauptmenge der Phosphate kommt als Dünger zum Einsatz. Durch Erosion von landwirtschaftlichen Flächen gelangen sie an Tonminerale gebunden in Flüsse und Seen und können dort zur Eutrophierung beitragen. Weitere Verwendungszwecke sind Wasserenthärter, Waschmittel und Ausgangsstoff für weitere Phosphorverbindungen. Phosphate spielen auch bei der Lebensmittelherstellung (vor allem in der Fleischindustrie) eine sehr grosse Rolle.

Die meisten Phosphate, mit Ausnahme der von Natrium, Kalium und Ammonium, sind schlecht wasserlöslich.

R

Reaktionskammer (Teil einer vollbiologischen (Klein-)Kläranlage)

Die Reaktionskammer ist der Teil einer vollbiologischen Kleinkläranlage (normalerweise als zweite Kammer), in welchem die eigentliche Reinigung stattfindet. Dies geschieht z.B. durch ein installiertes Festbett, einen SBR Reaktor oder eine Filtermembran.

Redoxspannung (Maß für Oxidations- und Reduktionskraft)

Bestimmte Wasserinhaltsstoffe können mit ihren Lösungspartnern oxidativ oder reduktiv reagieren. Ihre Anwesenheit gibt dem Wasser ein Oxidations- oder Reduktionsvermögen. Dieses wird als Redox-Spannung bezeichnet und gibt einen Hinweis zur Beurteilung des Wassers bzgl. Aufbereitung und Verwendung.

Die Redoxspannung wird nicht vom Laboratorium gemessen, sondern kann nur an einem an der Zuleitung fest installierten Messgerät abgelesen werden. Dieses Messgerät muss vom Schwimmbadbetreiber vorgehalten werden.

rH-Wert (pH-Wert unabhängiges Kriterium für das Redoxvermögen einer Wasserprobe)

Das rH-Wert sagt aus, wie hoch das Wasser mit organischen Substanzen belastet ist und welchen Gehalt an Sauerstoff es aufweist. Hohe Werte deuten auf einen hohen Sauerstoffgehalt und einen geringen Gehalt an organischen Stoffen hin. Gemessen wird der rH-Wert mit elektronischen Messgeräten. Bei der Ermittlung der Werte muss auch der pH-Wert sowie die Wassertemperatur berücksichtigt werden.

R

RKI (Robert-Koch-Institut)

Das Robert-Koch-Institut ist ein Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten in Berlin und eine zentrale Überwachungs- und Forschungseinrichtung der Bundesrepublik Deutschland. Es ist dem Bundesministerium für Gesundheit direkt unterstellt.

RZKKA (Richtlinien für Zuwendung von Kleinkläranlagen )

Mit Bekanntmachung der Richtlinien für Zuwendungen zu Kleinkläranlagen (RZKKA) vom 09.05.2003 wird der Bau oder die Nachrüstung von Kleinkläranlagen (KKA) mit biologischer Reinigungsstufe staatlich gefördert.

Um das Förderverfahren für alle Beteiligten zu vereinfachen, wurde das Programm RZKKA-Online entwickelt. Es unterstützt Grundstückseigentümer, Gemeinden, Private Sachverständige der Wasserwirtschaft (PSW) und die Bewilligungsbehörden im Verfahrensablauf.

RZKKA-Online ist ein internetgestütztes Programm. Alle von Ihnen eingegebenen Daten werden zentral beim Bayerischen Umweltministerium gespeichert und stehen anschließend für die weiteren Bearbeitungsschritte zur Verfügung. Durch Passwörter wird sichergestellt, dass jeder Anwender nur die für ihn bestimmten Daten sehen kann. Gemeinden, PSWs, Kreisverwaltungsbehörden und Wasserwirtschaftsämter erhalten ihr Passwort unter "Anmeldeformular für RZKKA-Online". Alle Antragsteller erhalten ihr Passwort von der Gemeinde unaufgefordert mitgeteilt.

 

S

Säurekapazität (Die Säurekapazität ist ein Maß für die Pufferkapazität des Wassers)

Die Säurekapazität ist ein Maß für die Pufferkapazität des Wassers gegenüber Säuren und gibt den Säureverbrauch bis zum Einstellen von pH 4,3 an.

Sie entspricht (abzüglich dem Säureverbrauch für alkalisch reagierende Salze)

der Konzentration an Hydrogencarbonat.

SBR-Verfahren (2-stufiger Klärprozess mittels Belüftung)

Klärsystem, welches mit Belüftung des Abwassers in vorgegebenen Zyklen eine Reinigung des Abwassers erreicht.

Entgegen der meisten anderen Verfahren bei denen drei Reinigungsschritte benötigt werden (Vorklärung / biologische Reinigung / Nachklärung), werden bei der SBR-Technologie (SBR=Sequentielle biologische Reinigung) der zweite und dritte Schritt in einem "Reaktor" (einer Kammer / einem Behälter) zusammengefaßt.

  1. Vorklärung - Hier trennen sich die Feststoffe im Abwasser von der Flüssigkeit, indem sie auf den Boden absacken. Die Voklärung dient außerdem als Puffer für eine bestimmte Menge Abwasser, die in Intervallen in den SBR-Reaktor befördert wird.
     
  2. SBR-Reaktor - Aus der Vorklärung werden in computergesteuerten Intervallen bestimmte Abwassermengen in den SBR-Reaktor befördert. Hier beginnt nun die Reinigungsphase, in welcher das Abwasser durch Luftzufuhr umgewälzt wird und die Bakterien ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.
     
  3. Nach der Phase der Luftzufuhr folgt eine Absetzphase, ohne Belüftung (Denitrifikation), in welcher sich das Abwasser trennt, indem die Schlammstoffe im SBR-Reaktor nach unten sacken und so an der oberen Schicht das gereinigte Abwasser verbleibt.
     
  4. Dieses gereinigte Abwasser wird nun aus dem SBR-Reaktor abgezogen und einer Versickerung oder einem Vorfluter zugeführt. Der sogenannte Überschußschlamm, der sich am Boden des SBR-Reaktor sammelt wird zurück in die Vorklärung gepumpt. Dannach beginnt ein neuer Zyklus. 

Schwimmschlamm (Sonderform des "Belebtschlammes")

Neben dem Blähschlamm kann Schwimmschlamm als zweites Phänomen eines "kranken" Belebtschlammes vorkommen. Dieser an der Oberfläche flotierende Schlamm wird durch massenhaftes Auftreten von Actinomyceten und von bestimmten Fadenbildnern hervorgerufen, welche eine stark wasserabstoßende (hydrophobe) Zelloberfläche haben.

In den Belebtschlammbecken können sich Bläschen aus Luft oder Stickstoffgas an der hydrophoben Zelloberfläche anlagern und den Schlamm zum Aufschwimmen bringen. Schwimmschlamm sollte möglichst rasch aus dem Prozess entfernt werden, da er auch bei der anaeroben Schlammstabilisierung zu Schaumbildung in Faultürmen führt.

Stickstoff (chemisches Element)

Molekularer Stickstoff (chem. Zeichen N) ist ein Hauptbestandteil der Luft. Er ist in der Umwelt ein wichtiger Dünger, der durch Luftstickstoffbindung (vor allem durch Knöllchenbakterien in Wurzeln von Leguminosen) auf natürlichem Wege im Humus angereichert wird. In atomarer Form ist er als Baustein der Proteine ein wichtiges Hauptnährelement aller Organismen. Stickstoff ist ein zentrales Element im Stoffhaushalt der Ökosysteme und wurde, da es in Mineralien relativ selten auftritt, auf der Erdoberfläche und im Wasser fast ausschliesslich biotisch angereichert.

In der Erdatmosphäre sind 75,5 Massen-Prozent oder 78,7 Volumen-Prozent Stickstoff enthalten. In der Erdkruste kommt Stickstoff nur zu 0,03% vor. Stickstoffhaltige Mineralien sind relativ selten.

In der Natur gibt es zahlreiche wichtige organische Stickstoffverbindungen, wie beispielsweise Eiweisse und Nukleinsäuren. In Form der anorganischen Nitrate und Ammoniumverbindungen erfolgt die Aufnahme bei Pflanzen über die Wurzeln. Umgekehrt werden beim Abbau organischen Materials (beispielsweise durch Verwesung) diese Verbindungen wieder frei gesetzt und stehen dem Stoffkreislauf wieder zur Verfügung (Stickstoffkreislauf).

T

Teildenitrifikation (Umwandlung gelösten Nitrats in gasförmigen Stickstoff)

Weitergehende Reinigung des Abwassers, ein Teil des gelösten Nitrats wird weiter abgebaut in gasförmigen Stickstoff.

(siehe auch Denitrifikation)

THM (Trihalogenmethane)

Bei der Desinfektion des Wassers mit Chlor kommt es zur Bildung von Reaktionsprodukten des Chlors mit organischen Wasserinhaltsstoffen. Die THM sind dabei am stärksten vertreten mit Chloroform als Leitsubstanz. Sie verringern die Zuverlässigkeit der Desinfektion mit Chlor und sind außerdem in höherer Konzentration gesundheitsschädlich.

TrinkwV (Trinkwasserverordnung)

Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch

Aktuell geltende Ausgabe von 2001 / Novellierung 2011 (TrinkwV)

Zweck dieser Verordnung ist es, die menschliche Gesundheit vor nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreinigung von Wasser das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist ergeben, durch Gewährleistung seiner Genusstauglichkeit und Reinheit zu schützen.

Tropfkörper (Klärsystem mittels Lavaschlacke )

Ein Klärsystem, bei dem das Abwasser meist durch eine Schicht Lavaschlacke (Steine, auf denen sich Bakterienkulturen ansiedeln) tropft, und hierdurch eine Reinigung erzielt.

  1. Vorklärung - Hier trennen sich die Feststoffe im Abwasser von der Flüssigkeit, indem sie auf den Boden absacken.
     
  2. Dannach gelangt das Abwasser über ein Verteilersystem in die biologische Stufe (den eigentlichen Tropfkörper) und wird hier durch einen Verteiler über die Tropfkörperschüttung (Lavaschlacke, bzw. viele kleine Lavasteine oder Kunststoffröhrchen) verteilt. Auf diesen bilden sich die Bakterien, welche zur Reinigung des Abwassers benötigt werden. Das Abwasser tropft durch diese Lavaschlacke bis zum Boden des Behälters, und wird von dort aus in die Nachklärung (die letzte Behälterkammer) befördert.
     
  3. Bei einigen Anlagen werden die restlichen Feststoffe, welche hier noch auf den Grund absacken, wieder zurück in die erste Kammer gepumpt. Das geklärte Abwasser der Nachklärung kann von hier aus versickert, verrieselt oder in einen Vorfluter eingeleitet werden. 

Trübung (Ungelöste Feststoffe in Flüssigkeiten )

Ungelöste Feststoffe in Flüssigkeiten wie z.B. Feinsand, Mikroben, oder Schlamm verschlucken einen durch die Flüssigkeit scheinenden Lichtstrahl. Mit zunehmender Partikelanzahl nimmt der Trübungsgrad für unser Auge zu. Sauberes Trinkwasser ist klar. Der Grenzwert für die Trübung beträgt laut TrinkwV 1 NTU (Nephelometrische Trübungseinheit).

U

Untersuchung in Kaltwasser (Hygienisch-mikrobiologische Untersuchung im Kaltwasser von)

Die Konzentration hygienisch-mikrobiologischer Parameter kann sich nach Eintritt in die Hausinstallation nachteilig verändern, insbesondere bei Nichteinhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik. Dies kann durch Vergleich der mikrobiologischen Wasserqualität an der Übergabestelle und an peripher gelegenen Entnahmestellen ermittelt werden.

V

Verockerung (Redox-Reaktion)

Es handelt es sich in erster Linie um eine Redox-Reaktion.

Eine Verockerung tritt überall dort auf, wo reduziertes, zweiwertiges Eisen plötzlich mit Sauerstoff in Berührung kommt. Weiterhin wird sie beeinflusst durch den pH-Wert, das Redoxpotential und die Temperatur. Bei der Oxidation des Eisens zu Eisenhydroxid kommt es zu Sauerstoffzehrung und Versauerung. Die Ockerbildung unterteilt sich in drei Schritte: Oxidation, Fällung und Alterung.

Neben der chemischen Verockerung (2-20 %) nimmt den weitaus größeren Anteil die biologische Verockerung (80-98 %) ein. Hierbei handelt es sich um verschiedene Mikroorganismen, bei denen Sie sowohl reduziertes Eisen, als auch molekularen Sauerstoff vorfinden. Die bei der Oxidation freiwerdende Energie  benötigen sie für ihren Stoffwechsel.

Wo und weshalb tritt Verockerung auf?

Ockerbildung findet in Dränagesystemen, in Brunnen, auf Grund von eisenhaltigen Mienenabwässern und bei Grundwasserableitungen während Bauvorhaben statt.

Eisen ist mit 4,2 % das zweithäufigste Element in der Erdkruste. Es gelangt während der Pedogenese in den Boden und ist charakteristisch für bestimmte Bodentypen und ihre Entstehung. Durch Wasserbewegungen kommt es zu Verlagerungen des Eisens in den Profilen, bzw. in das Dränagesystem und schließlich in die Gewässer.

 

 

 

Vorklärung (erste Stufe im Klärprozess)

Die Vorklärung ist die erste Klärkammer, in welche das Abwasser gelangt (manchmal auch ein kompletter Behälter). Hier setzen sich die Feststoffe als Klärschlamm ab. Außerdem erfolgt eine erste Reinigung des Abwassers durch Faulungsprozesse. 

W

Wirbelschwebebett (bestimmte Form des Klärprozesses)

Klärsystem, welches durch Belüftung von Trägermaterial (auf dem sich Bakterienkulturen ansiedeln) eine Reinigung des Abwassers erzielt.

Z

Zink (Schwermetall)

Zink stellt ein lebenswichtiges Spurenelement für den menschlichen Organismus dar. Der Tagesbedarf eines Erwachsenen beträgt etwa 0,2 mg/kg Körpergewicht. Bei Kindern liegt der Tagesbedarf sogar 5mal höher. Bei Aufnahmen größerer Mengen (150-facher Tagesbedarf) treten Unterleibskrämpfe und blutiger Durchfall auf. Große Zinkmengen blockieren die Kupferaufnahme durch die Darmwand und können so zu Kupfer-Mangel-Erscheinungen führen. Trotz dieser aufgeführten Wirkungen gilt Zink in den Konzentrationen, in denen es normalerweise von verzinkten Eisenrohren abgegeben wird, als unbedenklich.

Die TrinkwV 2001 enthält keine Angaben zu Zink. In der TrinkwV von 1990 ist für den Gehalt an Zink in Trinkwasser ein Richtwert (kein Grenzwert) von 5 mg/l angegeben.


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