Novellierte Trinkwasserverordnung: Häufige Fragen

Für Sie haben wir die häufige Fragen rund um das Thema Legionellen nach der novellierten Trinkwasserverordnung zusammengetragen.

Für weitergehende Fragen beraten wir Sie gerne persönlich.

Wann muss eine Hausinstallation untersucht werden?

Nach § 14 Absatz 3 der Trinkwasserverordnung haben Unternehmer und sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage, die eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung betreiben und im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit Trinkwasser abgeben (z.B. in Kindergärten oder bei Vermietung von Wohnungen), das Wasser durch ergänzende systemische Untersuchungen auf Legionellen untersuchen zu lassen. Die Untersuchungspflicht besteht für Anlagen, die Duschen oder andere Einrichtungen enthalten, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers (z.B. Wasserdampfbildung) kommt.

Bei Mischnutzung oder Unklarheiten bezüglich der Untersuchungspflicht sollte man sich an das zuständige Gesundheitsamt wenden.

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Was ist eine gewerbliche Tätigkeit im Sinne der TrinkwV?

Im Abschnitt 1 § 3 Absatz 10 der novellierten TrinkwV heißt es:
Die gewerbliche Tätigkeit ist "(...) die unmittelbare oder mittelbare, zielgerichtete Trinkwasserbereitstellung im Rahmen einer Vermietung oder einer sonstigen selbstständigen, regelmäßigen und in Gewinnerzielungsabsicht ausgeübten Tätigkeit."  Somit fallen darunter alle Wohngebäude (auch Wohnungseigentümergemeinschaften) mit zentraler Trinkwassererwärmung, bei denen mindestens eine Wohnung oder Gewerbeeinheit vermietet wird. Diese Gebäude müssen laut der 2. Novellierung der TrinkwV alle 3 Jahre auf Legionellen untersucht werden. Die erste Untersuchung sollte bereits bis zum 31.12.2013 abgeschlossen sein.

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Was ist eine öffentliche Tätigkeit im Sinne der TrinkwV?

Eine öffentliche Tätigkeit ist laut TrinkwV § 3 Absatz 11 "(...) die Trinkwasserbereitstellung für einen unbestimmten, wechselnden und nicht durch persönliche Beziehungen verbundenen Personenkreis." Zu den öffentlich genutzten Einrichtungen zählen u.a. Hotels und Ferienwohungen, Krankenhäuser, Campingplätze, Feuerwehren, Schulen sowie Kindergärten. Hier ist eine jährliche Wasseranalyse auf Legionellen im Rahmen einer orientierenden Untersuchung festgeschrieben.

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Was ist eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung?

Großanlagen zur Trinkwassererwärmung sind gemäß der technischen Regel des DVGW Arbeitsblatt W551 sowie der 2. Änderung der Trinkwasserverordnung von 2012 Speicher-Trinkwassererwärmer oder zentrale Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit mehr als 400 Litern oder einem Inhalt von mehr als 3 Litern in mindestens einer Rohrleitung zwischen Ausgang des Trinkwassererwärmers und der Entnahmestelle, ohne Berücksichtigung des Inhaltes in der Zirkulationsleitung. Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäuser zählen nicht zu den Großanlagen zur Trinkwassererwärmung.

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Wer darf Trinkwasser auf Legionellen untersuchen?

Laut Trinkwasserverordnung dürfen die erforderlichen Untersuchungen und die Probenahmen nur von Untersuchungsstellen (Labore) durchgeführt werden, die nach den anerkannten Regeln der Technik arbeiten und über ein internes und externes Qualitätssicherungssystem verfügen. Diese Untersuchungsstellen haben sich an externen Qualitätssicherungsprogrammen (Ringversuche) zu beteiligen, verfügen über qualifiziertes Personal und sind durch eine nationale Akkreditierungsstelle eines Mitgliedstaates der Europäischen Union für Trinkwasseruntersuchungen akkreditiert worden.

Diese Untersuchungstellen werden regelmäßig von einer unabhängigen Stelle, die von der obersten Landesbehörde bestimmt wird, überprüft, ob sie die Voraussetzungen der TrinkwV erfüllen. Ist die Überprüfung erfolgreich, ergeht ein befristeter Bescheid an die Untersuchungsstelle - die Akkreditierung. Das Labor wird dann in eine Landesliste aufgenommen.

Wird eine Untersuchungsstelle (Labor) in einer Landesliste geführt, ist damit das Recht verbunden, die Untersuchung von Trinkwasser bundesweit durchzuführen.

Das Labor für Umwelthygiene ist ein akkreditiertes Labor und auf der Landesliste Mecklenburg/Vorpommern für die Legionellenprüfung gelistet.

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Festlegung der Probenahmestellen

Der Betreiber oder sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage nach §3 Nummer 2 Buchstabe d oder e hat sicherzustellen, dass nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik geeignete Probenahmestellen an den Wasserversorgungsanlagen vorhanden sind. Für die Wasserversorgungsanlage sollte idealerweise eine Dokumentation des Systems in Form von Bestandsplänen vorliegen. Mit dieser Dokumentation ist durch das Fachpersonal (z.B. Fachplaner) eine genaue Festlegung der Probenahmestellen möglich. Liegen diese Informationen nicht oder unvollständig vor, ist meist eine örtliche Bestandsaufnahme durchzuführen.

Bei der Festlegung der Probenahmestellen sind Name und Qualifikation der fachkundigen Person, die diese Festlegung vorgenommen hat (z.B. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, Fachplaner) zu dokumentieren. Die Probenahmestellen sind für die Untersuchungen verwechslungssicher zu kennzeichnen.

Die Anzahl der Probenahmestellen ist bei der orientierenden Untersuchung so zu wählen, dass jeder Steigstrang erfasst wird. Zusätzlich ist eine Probe am Austritt des Trinkwassererwärmers (Warmwasserleitung) und eine Probe am Eintritt in den Trinkwassererwärmer (Zirkulationsleitung) zu nehmen.

LUH bietet Ihnen in Zusammenarbeit mit anerkannten Ingenieurbüros die einmalige Festlegung der Probenahmestellen an.

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Wer führt die Probenahme durch?

Auch für die Probenahme ist festgelegt, dass sie nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu erfolgen hat. Die Probenahme darf nach der aktuellen Empfehlung des Umweltbundesamtes, wie die Untersuchung selber, nur durch ein akkreditiertes Labor erfolgen. Auch externe Probenehmer sind in das Qualitätssicherungssystem des Labors einzubinden. Hat ein Probenehmer nur eine Zertifizierung, entspricht das nicht den Anforderungen der Trinkwasserverordnung 2011. Weiterhin darf der Probenehmer in keiner Abhängigkeit zum Betreiber der Trinkwasser-Installation stehen.

LUH ist ein akkreditiertes Prüflabor und verfügt über die Kompetenz, qualifizierte und fachgerechte Probenahmen in ganz Deutschland durchzuführen.

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Orientierende Untersuchung

Die orientierende Untersuchung ist die erste Untersuchung. Sie wird durchgeführt bei Systemen, wo von keinem Verdacht einer Kontamination mit Legionellen auszugehen ist. Sie ist gemäß TrinkwV mindestens einmal jährlich durchzuführen. Bei einer gewerblichen, aber nicht öffentlichen Tätigkeit, wurde der Untersuchungszeitraum mit der 2. Novellierung der TrinkwV auf 3 Jahre angehoben und die erste Untersuchung muss bis zum 31.12.2013 abgeschlossen sein. Sind bei den jährlichen Untersuchungen in drei aufeinanderfolgenden Jahren keine Beanstandungen festgestellt worden, so kann das Gesundheitsamt auch längere Untersuchungsintervalle festlegen, wenn die Anlage und Betriebsweise nicht verändert wurde und sie nachweislich den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht.

Bei Bereichen, in denen sich Patienten mit höherem Risiko für Krankenhausinfektionen befinden, sind die Regelungen etwas anders. Nähere Auskunft erteilt das Gesundheitsamt.

Die orientierende Untersuchung kann Ihnen LUH deutschlandweit anbieten.

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Was passiert, wenn Legionellen gefunden werden?

Wird eine Kontamination bei der Legionellenprüfung festgestellt, d.h. der  technische Maßnahmewert ist größer 100 Legionellen pro 100 ml  muss dies unverzüglich dem Gesundheitsamt angezeigt werden. Zur Aufklärung der Ursachen sind weiterhin unverzüglich Untersuchungen inklusiv Ortsbesichtigung sowie Prüfung der Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik durchführen zu lassen. Desweiteren ist eine Gefährdungsanalyse erstellen zu lassen und Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Verbraucher einzuleiten. Die ergriffenen Maßnahmen sind zu dokumentieren und 10 Jahre zu archivieren. Über alle Maßnahmen ist das Gesundheitsamt unverzüglich zu informieren.

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Was ist eine Legionellenschaltung?

Bei der sogenannten Legionellenschaltung wird bspw. 1 x wöchentlich oder jede Nacht die Temperatur des Trinkwassers im Warmwasserspeicher und in den Zirkulationsleitungen für mindestens 3 Minuten auf über 70° C erhöht, mit dem Ziel die (zirkulierenden) Bakterien abzutöten. Diese Vorgehensweise gilt jedoch nur als eine vorbeugende Maßnahme. Im Falle einer Kontamination kann eine vollständige Legionellenfreiheit durch dieses Verfahren nicht garantiert werden. Laut TrinkwV sollten Sie bei einer Überschreitung des Technischen Maßnahmewertes unverzüglich das Gesundheitsamt in Kenntnis setzen und Maßnahmen (u.a. Gefährdungsanalyse, weitergehende Untersuchung) durchführen.

Was ist eine Gefährdungsanalyse?

Eine Gefährdungsanalyse dient zur Klärung welche technisch-hygienischen und organisatorischen Verbesserungen notwendig sind. Sie ist vom Anlagenbetreiber durchzuführen bzw. durchführen zulassen. Gefährdungsanalysen können z.B. von Planungs- und Ingenieurbüros durchgeführt werden. An eine Gefährdungsanalyse schließt sich eine weitergehende Untersuchung an.

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Weitergehende Untersuchung und Sanierung

Mit der weitergehenden Untersuchung wird das Ausmaß der Kontamination eines Systems analysiert. Sie ist die Grundlage für die Festlegung gezielten Sanierungsmaßnahmen. Die Anzahl der Proben richtet sich nach der Größe, Ausdehnung und Verzweigung der installierten Wasserversorgung.

Nach der Sanierung sind zwei Nachuntersuchungen entsprechend der weitergehenden Untersuchung im vierteljährlichen Abstand durchzuführen. Anschließend sind die Nachuntersuchungen in Form von orientierenden Untersuchungen durchzuführen.

Bei einem positiven Befund zeigt Ihnen LUH mit seinen Partnern Lösungsmöglichkeiten auf und begleitet Sie vertrauensvoll bei einer eventuellen Sanierung.

Fachkompetente Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer 03 83 52 / 66 39 15.

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Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne persönlich zur Verfügung!


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