Hygieneüberwachung nach 42. BImSchV und VDI 2047 Blatt 2/3

Verdunstungskühlanlage; Kühlturm

Seit dem 19. Juli 2017 ist die Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider (42.BImSchV) in Kraft getreten. Die nun beschlossene „42. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider – 42. BImSchV)“ basiert auf der Richtlinie VDI 2047 Blatt 2/3.

 

Grundsätzlich besteht bei allen Anlagen bei denen Wasser mit einem Luftstrom in Berührung kommt die Neigung zur Aerosolbildung. Verdunstungskühlanlagen werden meist als offene Rückkühlwerke von Kälte-, Klima- oder Energieerzeugungsanlagen betrieben. Sie werden sowohl in der Industrie- und Energiewirtschaft als auch im Handel, der Gastronomie sowie an Hotel- oder Bürogebäuden genutzt.

Sowohl Verdunstungskühlanlagen, Nassabscheider als auch Kühltürme sind schon seit längerer Zeit als mögliche Quelle legionellenhaltiger Aerosole bekannt und stellen somit ein Risiko für Legionellen-Erkrankungen dar, in einigen Fällen wie in Warstein, Ulm und Bremen mit teils tödlichem Verlauf.

Die wichtigsten Inhalte der 42. BImSchV und VDI 2047 in Kürze:

  • Der Betreiber hat sicherzustellen, dass vor Inbetriebnahme oder jeder Wiederinbetriebnahme der Anlage eine Gefährdungsbeurteilung mit Risikoanalyse und Risikobewertung unter Beteiligung einer hygienisch fachkundige Person (Schulung nach VDI 2047) erstellt wird.
  • Der Betreiber einer Anlage hat zur Überprüfung des ordnungsgemäßen Anlagenbetriebes ein Betriebstagebuch zu führen. Das Betriebstagebuch muss jederzeit einsehbar sein und in Klarschrift vorgelegt werden können. Es muss alle Betriebsdaten, Untersuchungsergebnisse, Maßnahmen und die Gefährdungsbeurteilung enthalten.
  • Seit dem 19.08.2017 sind regelmäßige mikrobiologische Untersuchungen des Nutzwassers durch ein akkreditierte Prüflabor durchzuführen.

  • Bei Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheidern erfolgt die mikrobiologische Untersuchung mindestens alle 3 Monate auf die Parameter allgemeine Koloniezahl, Legionellen und Pseudomonas.

  • Bei Kühltürmen (Kühlleistung > 200 MW) muss mindestens einmal im Monat eine mikrobiologische Untersuchung auf den Parameter Legionellen erfolgen.
  • Sicherstellung, dass dem Nutzwasser zugesetztes Zusatzwasser ebenfalls den hygienischen Anforderungen entspricht.
  • Überschreitung der Maßnahmenwerte bei Legionellen (BImSchV Anlage 1) im Rahmen der mikrobiologischen Untersuchung müssen bei den zuständigen Behörden gemeldet werden.
  • Alle zwei Wochen ist eine betriebsinterne Überprüfung chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Kenngrößen des Nutzwassers durchzuführen.
  • Die Anzeigepflicht nach § 13 gilt ab dem 19. Juli 2018. Ab dann müssen alle Bestands- und Neuanlagen der zuständigen Behörde gemäß Anlage 4 Teil 2 der Verordnung innerhalb eines Monats angezeigt werden.
  • Alle 5 Jahre muss eine Anlagenprüfung durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen oder eine akkreditierte Inspektionstelle Typ A erfolgen.

 

Handeln Sie jetzt
mit einem starken herstellerunabhängigen Partner!


Seit 19. August 2017 ist die 42. BlmSchV – Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider rechtswirksam. Damit sind auch die...

Am 22.9.2017 war LUH als Rahmenvertragspartner der LZK Baden-Württemberg mit einem Stand auf der Herbstkonferenz vertreten.

LUH als Aussteller bei DWA Veranstaltungen – Ihr Dienstleister für akkreditierte Untersuchungen von Abwasserproben aus Kleinkläranlagen.

Am 02.06.2017 hat der Bundesrat der 42. BlmSchV – Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider zugestimmt. Die Verordnung...

Aus einer Reihe von Legionellen-Ausbrüchen zieht das Bundesumweltministerium nun Konsequenzen