Vorgehensweise bei der Untersuchung auf mikrobiologische Parameter.

Die Untersuchung auf Legionellen wird nach ISO 11731, 2017-05 Wasserbeschaffenheit – Zählung von Legionellen, sowie nach der Empfehlung des Umweltbundesamtes “Empfehlung des Umweltbundesamtes zur Probenahme und zum Nachweis von Legionellen in Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern“ vom 02.06.2017 durchgeführt.

In Verdunstungskühlanlagen sowie in Kühltürmen und Nassabscheidern gibt es, aufgrund günstiger Vermehrungsbedingungen (Feuchte, Nährstoffangebot, Temperaturen) für Mikroorganismen, oft erhöhte Konzentrationen an Begleitorganismen, die das Wachstum von Legionellen hemmen und die Auswertung von Legionellen stören können. Um die Begleitorganismen zu minimieren und möglichst große Bereiche von Legionellenkonzentrationen abzudecken, werden folgende Maßnahmen im Labor durchgeführt:

 

  1. Nach sorgfältiger Homogenisierung der Probe werden vier Teilvolumen von der Originalprobe getrennt untersucht.
  2. Ein Teilvolumen wird zunächst hitzebehandelt und anschließend mit folgenden drei Ansätzen auf speziellen Nährböden zur Untersuchung angesetzt:
      a.  Membranfiltration von 20ml
      b.  Direktansatz von 2 x 0,5ml
      c.  Direktansatz von 0,1ml
  3. Ein Teilvolumen von 20ml wird gemäß ISO 11731 filtriert, mit einer Säurelösung nach ISO 11731, Anhang C inkubiert und anschließend durch Membranfiltration konzentriert. Der Filter wird danach auf GVPC-Nährboden bebrütet.
  4. Ein Teilvolumen wird 1:10 mit konzentrierter Säurelösung gemäß ISO 11731 verdünnt. Nach einer Inkubationszeit von 5±0,5 Minuten werden zwei Platten mit je 0,5ml des säurebehandelten Teilvolumens angesetzt.
  5. Ein unbehandeltes Teilvolumen von 0,1ml wird ebenfalls auf Legionellen untersucht.

 

Diese Schritte werden alle parallel durchgeführt, damit ein größerer Konzentrationsbereich (bis 300.000 KBE/100ml) von möglicherweise in den Proben enthaltenen Legionellen quantitativ ausgewertet werden können. Alle Platten werden nach 7 Tage Inkubationszeit ausgewertet.

Die Untersuchung auf die allgemeinen Koloniezahl wird nach Trinkwasserverordnung § 15 (1c) durchgeführt. Um die allgemeine Koloniezahl bis zu einem Wert von 1.000.000 KBE/ml zu erfassen, wird die Probe zusätzlich zum unverdünnten Ansatz in den Verdünnungen 1:10, 1:100 und 1:1000 auf Nährböden angesetzt.

Die Untersuchung auf Pseudomonas aeruginosa wird nach DIN EN ISO 16266:2008-05 durchgeführt. Um die Pseudomonaskonzentration bis zu einem Wert von 10.000 KBE/ml zu erfassen, wird die Probe zusätzlich zum unverdünnten Ansatz im Verhältnis 1:10 und 1:100  verdünnt. Die drei Teilvolumen werden durch Membranfiltration konzentriert und auf einem Spezialnährboden bebrütet.        

Während der Probenahme werden zusätzlich noch die Zeit und die Wassertemperatur an der Entnahmestelle dokumentiert. Bei Einsatz von Bioziden in der Anlage wird gegebenenfalls das verwendete Biozid mit einem geeigneten Inaktivierungsmittel im Probevolumen inaktiviert.

 

 Was müssen Sie spätestens seit dem 19. August 2017 tun?

  • Erstellen/Führen eines Betriebstagebuches zur Dokumentation aller Betriebsdaten, Untersuchungsergebnisse, ergriffener Maßnahmen und Gefährdungsbeurteilung
  • Erstellen einer Gefährdungsbeurteilung mit Risikoanalyse und Risikobewertung inkl. Maßnahmen unter Beteiligung einer hygienisch fachkundiges Personal vor jeder Inbetriebnahme/Wiederinbetriebnahme der Anlageund für bestehende Anlagen
  • Eventuell Nachrüsten von Probenahmeventile
  • Ermittlung Ihres Referenzwertes (Nullline) für die allgemeine Koloniezahl durch ein nach DIN EN/IEC 17025 akkreditiertes Prüflabor
  • monatliche (Kühltürme) oder 3-monatige mikrobiologische Untersuchungen des Nutzwassers durch ein nach DIN EN/IEC 17025 akkreditiertes Prüflabor
  • zweiwöchige betriebsinterne Überprüfung chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Kenngrößen des Nutzwassers entsprechend den Maßgaben der Gefährdungsbeurteilung
  • Ausfüllen der LUH Checkliste für die Laboruntersuchung

 

 


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