VDI 2047/42. BImSchV: Häufige Fragen

Für Sie haben wir die häufige Fragen rund um das Thema 42. BimSchV und der VDI 2047 sowie zu Verdunstungskühlanlagen, Nassabscheidern und Kühltürmen zusammengetragen.

Für weitergehende Fragen beraten wir Sie gerne persönlich.

Was sind Verdunstungskühlanlagen?

Durch Verdunstung von Wasser wird bei diesen Anlagen Wärme an die Umgebungsluft abgeführt. Sie enthalten eine Verrieselungs- oder Verregnungseinrichtung für Kühlwasser.

Was sind Nassabscheider?

Um partikelförmige, flüssige oder gasförmige Verunreinigungen aus einem Gas zu entfernen, wird in diesen Anlagen ein Gasstrom mit einem Flüssigkeitsstrom in Kontakt gebracht, um Bestandteile des Gasstroms in der Flüssigkeit aufzunehmen.

Was sind Kühltürme?

Verdunstungskühlanlagen bei denen der Luftzug zur Kühlung des Wassers im Wesentlichen durch den natürlichen Zug mit einer Kühlleistung von mehr als 200 MW je Luftaustritt erfolgt.

Wann und wie muss eine Anlage gemeldet werden?

Betreiber einer unter diese Verordnung fallenden Anlage sind verpflichtet, den Betrieb ihrer Anlage ab dem 20.7.2018 gegenüber einer zuständigen Behörde anzuzeigen. Dabei wird unterschieden in

  • Neuanlagen (§3 Abs. 1)
    sind vom Betreiber spätestens einen Monat nach der Erstbefüllung der Anlage mit Nutzwasser gemäß Anlage 4 Teil 2 der Behörde anzuzeigen.
  • Bestandsanlagen (§3 Abs. 2)
    sind ab 20.07.2018 bis zum 19.08.2018 der Behörde anzuzeigen
  • Nach § 13 Abs.3 sind Änderungen an der Anlage, die Stilllegung der Anlage oder gemäß § 13 Abs. 4 ein Betreiberwechsel zukünftig innerhalb eines Monats der Behörde zu melden.

Zur möglichst effizienten Erfüllung der Anzeige- und Informationspflichten für die Betreiber und die zuständige Behörde wurde die Webanwendung KaVKA-42.BV entwickelt.

Was ist Nutzwasser?

Wasser, das in einer Verdunstungskühlanlage oder einem Kühlturm zur Wärmeabfuhr eingesetzt wird und dabei im Kontakt mit der Atmosphäre steht (Kühlwasser) oder, das in einem Nassabscheider zum Zwecke der Reinigung eingesetzt wird und dabei im
Kontakt mit der Atmosphäre kommt (Waschflüssigkeit) wird entsprechend der 42. BImSchV als Nutzwasser bezeichnet.

Wie erfolgt die Ermittlung der Legionellen im Labor?

Die Untersuchung auf Legionellen wird nach ISO 11731, 2017-05 Wasserbeschaffenheit – Zählung von Legionellen, sowie nach der Empfehlung des Umweltbundesamtes “Empfehlung des Umweltbundesamtes zur Probenahme und zum Nachweis von Legionellen in Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern “ vom 02.06.2017 durchgeführt.

In Verdunstungskühlanlagen sowie in Kühltürmen und Nassabscheidern gibt es, aufgrund günstiger Vermehrungsbedingungen (Feuchte, Nährstoffangebot, Temperaturen) für Mikroorganismen, oft erhöhte Konzentrationen an Begleitorganismen, die das Wachstum von Legionellen hemmen und die Auswertung von Legionellen stören können.

Um die Begleitorganismen zu minimieren und möglichst große Bereiche von Legionellenkonzentrationen abzudecken, werden folgende Maßnahmen im Labor durchgeführt:

  1. Nach sorgfältiger Homogenisierung der Probe werden vier Teilvolumen von der Originalprobe getrennt untersucht.
  2. Ein Teilvolumen wird zunächst hitzebehandelt und anschließend mit folgenden Ansätzen auf speziellen Nährböden zur Untersuchung angesetzt:
      a. Membranfiltration von 20ml
      b.  Direktansatz von 2 x 0,5ml
      c.  Direktansatz von 0,1ml
  3. Ein Teilvolumen von 20ml wird gemäß ISO 11731 filtriert, mit einer Säurelösung nach ISO 11731, Anhang C inkubiert und anschließend durch Membranfiltration konzentriert. Der Filter wird danach auf GVPC-Nährboden bebrütet.
  4. Ein Teilvolumen wird 1:10 mit konzentrierter Säurelösung gemäß ISO 11731 verdünnt. Nach einer Inkubationszeit von 5±0,5 Minuten werden zwei Platten mit je 0,5ml des säurebehandelten Teilvolumens angesetzt.
  5. Ein unbehandeltes Teilvolumen von 0,1ml wird ebenfalls auf Legionellen untersucht.

Diese Schritte werden alle parallel durchgeführt, damit ein größerer Konzentrationsbereich (bis 300.000 KBE/100ml) von möglicherweise in den Proben enthaltenen Legionellen quantitativ ausgewertet werden können.

Wie erfolgt die Ermittlung der allgemeine Koloniezahl im Labor?

Die Untersuchung auf die allgemeinen Koloniezahl wird nach DIN EN ISO 6222 (K5):1999-07 durchgeführt. Um die allgemeine Koloniezahl bis zu einem Wert von 1.000.000 KBE/ml zu erfassen, wird die Probe zusätzlich zum unverdünnten Ansatz in den Verdünnungen 1:10, 1:100 und 1:1000 auf Nährböden angesetzt.

Wie erfolgt die Ermittlung der Pseudomonas aeruginosa im Labor?

Die Untersuchung auf Pseudomonas aeruginosa wird nach DIN EN ISO 16266:2008-05 durchgeführt. Um die Pseudomonaskonzentration bis zu einem Wert von 10.000 KBE/ml zu erfassen, wird die Probe zusätzlich zum unverdünnten Ansatz im Verhältnis 1:10 und 1:100  verdünnt. Die drei Teilvolumen werden durch Membranfiltration konzentriert und auf einem Spezialnährboden bebrütet.

Warum ist die Untersuchung auf Pseudomonas aeruginosa sinnvoll?

Bei der mikrobiologischen Untersuchung ist nach VDI 2047 auch auf den Parameter Pseudomonas aeruginosa zu untersuchen.

Das Vorkommen von Pseudomonas aeruginosa kann frühzeitig hygienische Mängel in der Anlage anzeigen, so dass entsprechende Maßnahmen (ab 100KBE/100 ml) nach der VDI 2047 Tabelle 5 eingeleitet werden können, bevor es zu gravierenden Problemen in der Anlage kommt.

Pseudomonas sind Erstbesiedler auf Oberflächen und stellen wichtige Nährstoffe zum Legionellen Wachstum zur Verfügung.

Wer führt die Probenahme durch?

Die Probenahme erfolgt durch interne und externe qualifizierte Probenehmer, welche ordnungsgemäß in das Akkreditierungssystem unseres akkreditierten Prüflabors eingebunden sind. Die Probenahme wird nach DIN EN ISO 19458 hinsichtlich der spezifischen Anforderungen bei der Probenahme in Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern durchgeführt. Gegebenenfalls wird ein in der Anlage eingesetztes Biozid mit einem geeignetem Inaktivierungsmittel inaktiviert.

Wo wird die Probenahme durchgeführt?

Die Probenahmestelle ist abhängig von den bau-und betriebstechnischen Gegebenheiten in der Anlage.

Vorzugsweise soll eine abflammbare Entnahmearmatur zwischen Pumpe und Versprühung / Verrieselung vorhanden sein. Die Entnahmestelle soll in Strömungsrichtung vor der Biozid-Dosierstelle und nicht in der Nähe des Eintritts des Zusatzwassers liegen. Die Probenahmestelle ist dauerhaft und eindeutig zu kennzeichnen. Eine Probenahme sollte immer an derselben Stelle erfolgen.

Alternativ kann verrieseltes Kreislaufwasser oder eine Schöpfprobe aus der Kühlturmwanne entnommen werden.

Wann muss die Probenahme erfolgen?

Die Probenahme soll den Normalbetrieb der Anlage wiederspiegeln. Bei Anlagen mit einer Biozid-Zugabe soll die Probenahme zeitlich vor der nächsten Biozid-Zugabe erfolgen. Dabei ist das Zeitfenster zwischen Probenahme und Biozid-Zugabe so groß wie möglich zu halten.

Was ist ein Referenzwert?

Der Referenzwert (Null-Linie) ist die sich bei ordnungsgemäßem Betrieb einstellende anlagentypische allgemeine Koloniezahl im Nutzwasser.

Der Referenzwert wird bei der regelmäßigen mikrobiologischen Untersuchung des Nutzwassers zur Beurteilung der Ergebnisse für die Allgemeine Koloniezahl herangezogen. Bei einem Anstieg der Konzentration der allgemeinen Koloniezahl um den Faktor 100 oder mehr hat der Betreiber Untersuchung zur Aufklärung der Ursachen durchzuführen sowie Maßnahmen zur Verminderung der mikrobiellen Belastung  zu veranlassen.

Der Referenzwertes wird aus mindestens sechs (VDI 2047 Empfehlung: monatlich) aufeinanderfolgenden Untersuchungen auf die allgemeine Koloniezahl ermittelt . Die Untersuchungen müssen durch ein nach DIN EN ISO/IEC 17025 und für die Probenahme und mikrobiologische Untersuchungen von Nutzwasser gemäß §3 Absatz 8 der 42. BImSchV akkreditiertes Prüflabor erfolgt sein. Die Nachweismethode (TrinkwV §15 (1c) oder DIN EN ISO 6222 (K5)) ist mit dem Labor vor Bestimmung des Referenzwertes festzulegen, da der Wechsel der Nachweismethode eine Neubestimmung des Referenzwertes erfordert.

Bis zur sechsten Untersuchung gilt als Referenzwert der Wert der Erstuntersuchung nach der Inbetriebnahme oder Wiederinbetriebnahme, aber nicht mehr als 10.000 KBE/ml.

Bei Anlagen mit weniger als 90 zusammenhängenden Betriebstagen im Jahr bzw. bei Anlagen, wo der Betreiber auf die Bestimmung des Referenzwertes verzichtet, gilt als Referenzwert immer der Wert der Erstuntersuchung aber nicht mehr als 10.000 KBE/ml.

Entsprechend der VDI 2047 sind für den Referenzwert nur die Untersuchungen heranzuziehen, bei denen die Legionellenkonzentration unter 1000 KBE/100 ml liegt.

Der ermittelte Referenzwert ist im Betriebstagebuch zu dokumentieren.

Wann müssen Untersuchungsergebnisse der Behörde gemeldet werden?

Die Informationspflichten sind im § 10 der 42. BImSchV geregelt. Der Betreiber muss bei Überschreitung der Maßnahmenwerte aus der Anlage 1 der Verordnung unverzüglich die zuständige Behörde gemäß Anlage 3 Teil 1 und innerhalb einer Frist von vier Wochen gemäß Anlage 3 Teil 2 informieren.

Zur möglichst effizienten Erfüllung der Anzeige- und Informationspflichten für die Betreiber und die zuständige Behörde wurde die Webanwendung KaVKA-42.BV entwickelt.

Was ist die KaVKA-42.BV ?

KaVKA-42.BV ist eine Web-Anwendung, die lediglich einen aktuellen Webbrowser und einen Internetzugang erfordert. Zur Unterstützung des Anwenders ist eine situationsbezogene Hilfe und ein ausführliches Benutzerhandbuch verfügbar.

Sie ermöglicht die Übermittlung der Anzeigen nach § 13 und der Informationen nach § 10 über die Webseite www.kavka.bund.de

Was sind betriebsinterne Überprüfungen?

Damit eine Anlage mit optimalem Wirkungsgrad betrieben werden kann, sind regelmäßige und systematische Kontrollen der Nutzwasserbeschaffenheit durchzuführen. Die notwendigen Konzentrationen der Wasserinhaltsstoffe müssen unter Berücksichtigung der Vorgaben von Anlagen- und Komponentenherstellern in der Gefährdungsbeurteilung oder anderen technischen Dokumentationen zur Anlage festgelegt werden.

Die Nutzwasserbeschaffenheit ist dann in zweiwöchigen betriebsinternen Überprüfungen der chemischen, physikalischen oder mikrobiologischen Kenngrößen zu ermitteln und die Maßnahmen der Behandlung des Nutzwassers entsprechend anzupassen.

Der Zeitraum zwischen den Messungen kann ausgedehnt werden, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Werte im laufenden Betrieb stabil sind.

Wann und durch wen wird die Anlagenprüfung durchgeführt?

Alle 5 Jahre ist eine eine Überprüfung des ordnungsgemäßen Anlagenbetriebs nach § 14  der 42. BImSchV durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen oder eine akkreditierte Inspektionsstelle Typ A durchführen zu lassen. Die Ergebnisse der Anlagenprüfung sind dem Betreiber und der zuständigen Behörde zeitgleich innerhalb von vier Wochen nach Abschluss der Überprüfung zu übermitteln.

Für bestehende Anlagen ist die erste Überprüfung fällig bis:

Anlagen in Betrieb gegangen vor Erste Anlagenprüfung bis zum
19. August 2011 19. August 2019
19. August 2013 19. August 2020
19. August 2015 19. August 2021
19. August 2017 19. August 2022

 

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